Der Digital Independence Day rückt die digitale Souveränität von Unternehmen und Selbstständigen in den Fokus.
Denn: Große Tech-Konzerne prägen Informationsflüsse, Datenverarbeitung und Kommunikationswege stärker denn je. Der Aktionstag zeigt, wie Sie sich Schritt für Schritt unabhängiger aufstellen und auf vertrauenswürdige digitale Alternativen setzen. Mehr dazu lesen Sie bei uns.
Unser Beitrag über den Digital Independence Day im Überblick:
Digital Independence Day – digitale Souveränität
Der Digital Independence Day, auch DI.Day, ist ein Aktionstag, der jeden Monat am ersten Sonntag stattfindet, bei dem es um eine Art der Befreiung geht: Die Organisatoren rufen auf, Alternativen zu BigTech zu nutzen und stellen dafür konkrete Anleitungen bereit, beispielsweise wie der Wechsel von Google Chrome zu Ecosia oder von PayPal zu Wero klappt.
Somit steht der Digital Independence Day für den bewussten Bruch mit gewachsenen Abhängigkeiten. Denn: Wenn wenige globale Tech-Konzerne bestimmen, wie Unternehmen kommunizieren, Daten speichern oder Software einsetzen, schafft diese Konzentration Risiken für Datenschutz, Kontrolle und langfristige Planbarkeit.
Gerade für KMU gewinnt digitale Souveränität deshalb an Bedeutung. Wer seine IT-Strukturen versteht und gezielt unabhängiger gestaltet, stärkt nicht nur die eigene Handlungsfähigkeit, sondern auch Vertrauen bei Kunden und Partnern.

Die Befreiung von Big Tech ist kein Sprung ins Ungewisse, alternative Anbieter gibt es genug. Bild: Gemini (Bild erstellt mit KI)
Abhängigkeit von Big Tech: Risiko für KMU
Viele Menschen und Unternehmen nutzen täglich die Dienste großer US-amerikanischer Tech-Konzerne. Ob E-Mail und Cloud-Speicher, Office-Software oder Kollaborationstools – sie alle stammen häufig aus einer Hand. Das ist zwar bequem, führt jedoch schnell zu Abhängigkeiten. Und genau das kritisiert der Digital Independence Day.
Problematisch ist vor allem die eingeschränkte Kontrolle über Daten. Geschäfts- und Kundendaten liegen oft außerhalb der EU oder unterliegen fremden Rechtsräumen. Hinzu kommt eine starke Bindung an proprietäre Systeme, die einen späteren Wechsel erschwert und Kosten langfristig erhöht.
Auch die Einflussnahme auf Informationsflüsse stellt ein Risiko dar. Algorithmen, Geschäftsmodelle und Nutzungsbedingungen ändern sich ohne Mitwirkung der Anwender. Für Unternehmen bedeutet das Unsicherheit bei Verfügbarkeit, Compliance und strategischer Planung.
Der Digital Independence Day macht diese Risiken sichtbar und zeigt auf, dass Alternativen existieren. Zunächst macht er aber klar, dass digitale Souveränität mit dem Bewusstsein für diese Abhängigkeiten und der Entscheidung beginnt, sie schrittweise zu reduzieren.
Digital Independence Day – Hintergrund
Der Digital Independence Day ist eine gemeinsame Initiative mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen, Verbände und Netzwerke. Koordiniert wird sie von Save Social – Networks For Democracy. Ziel ist es, digitale Abhängigkeiten sichtbar zu machen und praktikable Alternativen aufzuzeigen.
An jedem ersten Sonntag im Monat finden bundesweit Aktionen statt. Diese reichen von Online-Veranstaltungen bis zu lokalen Treffen, bei denen konkrete Wechsel unterstützt werden. Im Mittelpunkt stehen alltagstaugliche Lösungen, die Datenschutz, Transparenz und demokratische Werte stärken.
Die Initiative richtet sich ausdrücklich nicht nur an Privatpersonen. Auch Unternehmen sollen ermutigt werden, ihre digitale Infrastruktur kritisch zu prüfen. Gerade im Mittelstand fehlt oft die Zeit, sich systematisch mit Alternativen auseinanderzusetzen. Genau hier setzt der Digital Independence Day an.
Statt abstrakter Forderungen liefert die Initiative konkrete Hilfestellungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Form von Kochrezepten, um den Einstieg zu erleichtern, weil die Hemmschwelle für erste Veränderungen gesenkt wird.

Die digitale Infrastruktur gilt es zu prüfen – um einen leichten Einstieg zu schaffen, hat die Initiative Wechselmöglichkeiten in Form von Rezepten zusammengetragen. Bild: stock.adobe.com/Who is Danny
Digitale Alternativen einführen
Die Angebote großer Tech-Konzerne wirken oft alternativlos. Das liegt weniger an ihrer technischen Überlegenheit als an ihrer enormen Marktmacht und Sichtbarkeit. Kleinere, unabhängige Anbieter investieren deutlich weniger in Marketing und bleiben deshalb häufig unter dem Radar.
Dabei existieren für nahezu jeden digitalen Anwendungsbereich passende Alternativen. Diese stammen häufig aus Europa, arbeiten datenschutzkonform und setzen auf transparente Geschäftsmodelle. Viele Lösungen sind quelloffen oder werden von gemeinnützigen Organisationen getragen.
Der Digital Independence Day bündelt diese Optionen und stellt sie verständlich vor. Statt vollständiger Systemwechsel auf einen Schlag empfiehlt die Initiative einen schrittweisen Ansatz. Einzelne Anwendungen lassen sich oft ohne großen Aufwand ersetzen und im Alltag testen.
Für Unternehmen bedeutet das: Digitale Souveränität ist kein radikaler Umbruch. Sie entsteht durch informierte Entscheidungen und den bewussten Einsatz von Software, die zu den eigenen Anforderungen und Werten passt.
Praktische Wechselbeispiele
Der Einstieg in mehr digitale Unabhängigkeit gelingt am besten über klar abgegrenzte Anwendungen. Der Digital Independence Day stellt dafür konkrete Wechselpfade vor, die sich ohne tiefgreifende IT-Projekte umsetzen lassen. Folgende Beispiele finden sich auf der Webseite des DI.Day:
- Der Wechsel des Webbrowsers: Statt Chrome oder Edge kann man Firefox nutzen, einen unabhängigen Open-Source-Browser.
- Die Ablöse von Office-Produkten: LibreOffice ersetzt proprietäre Office-Pakete und deckt die meisten Anforderungen im Arbeitsalltag ab.
- Der Wechsel des Zahlungsdienstleisters: PayPal ist praktisch, verkauft aber sensible Daten, Wero kann dasselbe, ist aber DSGVO-konform. Einziger Schwachpunkt: Es fehlt noch an der Verbreitung.
- Account bei X (ehemals Twitter) löschen und zu Mastodon wechseln. Der Vorteil: Mastodon ist ein Verbund aus vielen kleinen Netzwerken („dezentral“), meist werbefrei und in der Hand der Nutzer, bei Twitter herrschen dagegen Hassrede und Desinformation vor.
- Der Messenger-Wechsel von WhatsApp zu Signal (betrieben von einer US-amerikanischen Stiftung) oder Threema (Schweizer Messenger) für weniger Abhängigkeit von datengetriebenen Plattformen.
- Statt Bücher bei Amazon zu kaufen, öfter mal den Buchladen um die Ecke nutzen. Das stärkt nicht nur den Einzelhandel, sondern schützt die eigenen Daten.
- Das kostenlose Gmail-Konto bezahlen Sie mit Ihren Daten. Wechseln Sie zu einem unabhängigen E-Mail-Anbieter, der werbefrei und nach EU-Datenrecht handelt.
- Die Suchmaschine wechseln, weg von Google hin zu Ecosia oder anderen europäischen Lösungen, die gemeinwohlorientierter arbeiten und nicht nur auf Nutzerdatenfang aus sind.
Meistens ist der Wechsel mit wenigen Klicks schon erledigt, der Aufwand also gering. Wichtig ist eine saubere Vorbereitung, damit Arbeitsabläufe stabil bleiben und Mitarbeiter den Wechsel nachvollziehen können.

Meistens gelingt der Wechsel zu alternativen Anbietern – fernab von Big Tech – mit nur wenigen Klicks. Bild: Gemini (Bild erstellt mit KI)
Schrittweise zur digitalen Unabhängigkeit
Digitale Souveränität entsteht nicht über Nacht. Ein vollständiger Austausch aller Systeme würde viele Unternehmen überfordern und unnötige Risiken schaffen. Der Digital Independence Day verfolgt deshalb bewusst einen pragmatischen Ansatz.
Sinnvoll ist es, mit einzelnen Anwendungen zu beginnen. Browser, Suchmaschinen oder Messenger lassen sich ohne große Abhängigkeiten testen. Erfahrungen aus diesen ersten Schritten helfen, spätere Entscheidungen fundierter zu treffen. Gleichzeitig wächst intern das Verständnis für digitale Alternativen.
Wichtig ist eine klare Priorisierung. Welche Anwendungen verarbeiten besonders sensible Daten. Wo bestehen langfristige Vertragsbindungen. Und welche Systeme lassen sich realistisch ersetzen, ohne den Betrieb zu stören. Diese Fragen sollten vor jedem Wechsel beantwortet werden.
Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen zahlt sich dieses Vorgehen aus. Statt Aktionismus entsteht ein strukturierter Weg zu mehr Kontrolle, Transparenz und Planungssicherheit.
Digital Independence Day mit PC-SPEZIALIST umsetzen
Der Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit wirft in Unternehmen oft konkrete Fragen auf. Welche Alternativen passen zur bestehenden IT. Welche Wechsel sind realistisch. Und wie lassen sich Sicherheit, Datenschutz und Produktivität miteinander vereinbaren.
PC-SPEZIALIST unterstützt Sie dabei, digitale Abhängigkeiten strukturiert zu bewerten. Gemeinsam analysieren wir bestehende Systeme, zeigen sinnvolle Alternativen auf und begleiten einzelne Schritte fachlich. Dabei steht nicht der komplette Austausch der IT im Vordergrund, sondern eine passgenaue Weiterentwicklung.
Gerade im Mittelstand ist eine neutrale Einordnung entscheidend. Digitale Souveränität bedeutet, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Kontrolle über Daten, Anwendungen und Prozesse zu behalten. Mit der richtigen Planung lässt sich dieses Ziel ohne unnötige Risiken erreichen. Wenn Sie Ihre IT unabhängiger aufstellen möchten, finden Sie bei PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe kompetente Ansprechpartner.
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Quellen: di.day, bdzv, security insider, mainpost, Pexels/Monoar Rahman (Headerbild)

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