Windows-Server-2025-Neuerungen
Author
Maren Keller, Mo., 9. Feb.. 2026
in Cybersecurity

Windows-Server-2025-Neuerungen

Zero Trust, Verschlüsselung und Telemetrie auf dem Prüfstand

Mit dem Update im Jahr 2026 erhält der Windows Server 2025 zahlreiche sicherheitsrelevante Neuerungen, Verwaltungsfunktionen und technische Erweiterungen.

Zero Trust DNS, native Sysmon-Telemetrie, hardwarebeschleunigtem BitLocker, neue Gruppenrichtlinien sowie lokale KI-Verarbeitung rücken IT-Sicherheit und Kontrolle stärker in den Fokus. Mehr dazu – und was Admins jetzt wissen sollten – lesen Sie bei uns.

Windows Server 2025 in 2026

Der Windows Server 2025 hat mit dem Jahr 2026 eine Reihe tiefgreifender Neuerungen erhalten, die IT-Infrastrukturen sicherer, performanter und zukunftsorientierter machen. Viele dieser Funktionen betreffen nicht nur klassische Bereiche wie Storage oder Virtualisierung, sondern greifen deutlich tiefer in das Betriebssystem ein – etwa bei Netzwerksicherheit, Telemetrie und Update-Technologie.

Microsoft verfolgt dabei eine zweigleisige Strategie: Neue Features gelangen zunächst über Insider Builds auf die Systeme und werden dort getestet, bevor sie später über kumulative Updates in produktiven Umgebungen aktiviert werden können. Die Installation erfolgt über das sogenannte Flighting-Verfahren, das auch In-Place-Upgrades unterstützt.

Besonderes Augenmerk liegt auf modernen Sicherheitsmechanismen. Zero Trust, hardwarebasierte Verschlüsselung, native Sysmon-Telemetrie und lokale KI-Verarbeitung bilden die Grundlage für eine zukunftssichere und kontrollierbare Serverarchitektur.

Windows-Server-2025-Neuerungen: Gruppe von Mitarbeitern im Besprechungsraum. Foto: stock.adobe.com/Flamingo Images https://stock.adobe.com/de/images/businesspeople-working-on-computers-in-an-office/482240515

Microsoft hat für sein Server-Betriebssystem zahlreiche Neuerungen im Gepäck, im Fokus stehen Sicherheitsmechanismen. Foto: stock.adobe.com/Flamingo Images

Windows-Server-2025-Neuerungen: Zero Trust DNS

Ein zentrales Element der Sicherheitsstrategie in Windows Server 2025 ist die Einführung von Zero Trust DNS. Dieser Mechanismus erweitert den DNS-Client um eine restriktive Durchsetzungslogik, bei der ausgehender Netzwerkverkehr nur dann erlaubt ist, wenn zuvor eine gültige, verschlüsselte Namensauflösung über einen vertrauenswürdigen DNS-Resolver erfolgt ist.

Die Umsetzung basiert auf der Integration in die Windows Filtering Platform. Alle IP-Verbindungen ohne vorherige DNS-Auflösung werden blockiert. Zugelassen sind ausschließlich IP-Adressen, die durch einen explizit definierten „Protective DNS“ aufgelöst wurden – oder für die eine Ausnahme über Gruppenrichtlinien besteht. Die Technik setzt dabei vollständig auf DNS over HTTPS (DoH) oder DNS over TLS (DoT).

Durch den Verzicht auf Klartext-DNS, Paketinspektion oder SNI-Auswertung entsteht ein robustes Default-Deny-Modell. Unternehmen profitieren von einem vollständigen Protokoll aller Verbindungsversuche – wertvoll für Fehleranalysen, Auditierungen und forensische Auswertungen. DNS-Hijacking, Datenexfiltration und Command-and-Control-Kommunikation lassen sich damit wirksam unterbinden.

Hardwarebeschleunigte BitLocker-Verschlüsselung

Zu den Windows-Server-2025-Neuerungen gehört auch, dass Microsoft die Funktionalität von BitLocker grundlegend erweitert. Die Verschlüsselungstechnologie profitiert künftig von einer engeren Anbindung an die Hardware. Durch hardwarebeschleunigte kryptografische Operationen werden zentrale Rechenprozesse nicht mehr allein von der CPU übernommen, sondern über spezialisierte Crypto-Engines abgewickelt, die in modernen SoCs oder CPUs integriert sind.

Diese Architektur verbessert die Performance bei hohem Datenaufkommen und verringert gleichzeitig die Angriffsfläche. Der verwendete Algorithmus XTS-AES-256 kommt standardmäßig zum Einsatz, ergänzt durch hardwarebasiertes Key-Wrapping. Schlüsselmaterialien verbleiben nicht länger im Arbeitsspeicher oder CPU-Kontext, sondern werden isoliert verwaltet.

Die Aktivierung der Hardwarebeschleunigung hängt von Plattform, Treibern und Richtlinien ab – etwa durch FIPS-konforme Konfigurationen oder Gruppenrichtlinien. Administratoren können den aktiven Verschlüsselungsmodus mit „manage-bde-status“ prüfen und erhalten damit klare Informationen über den verwendeten Pfad. In Kombination mit NVMe-Laufwerken entsteht ein performanter und sicherer Storage-Stack, der sich besonders für virtualisierte und datensensible Umgebungen eignet.

Windows-Server-2025-Neuerungen | Betriebssystem für unternehmen. Bild: stock.adobe.com/Pichsakul https://stock.adobe.com/de/images/programmer-working-on-computer-in-it-office-typing-data-coding-in-software-and-checking-code-on-computer-screen/313345245

Der Sicherheitsaspekt ist bei jedem Betriebssystem essenziell, für Unternehmen aber besonders. Deshalb hat Microsoft die BitLocker-Funktionen erweitert. Bild: stock.adobe.com/Pichsakul

Windows-Server-2025-Neuerungen: Native Sysmon-Telemetrie

Mit der nativen Integration von Sysmon-Funktionalität in Windows Server 2025 stärkt Microsoft die forensische Überwachung und Laufzeitanalyse direkt im Betriebssystem. Bisher erforderte Sysmon eine separate Installation und manuelle Pflege – künftig liefert das System die Ereignisprotokolle ab Werk, mit Updates über den regulären Windows-Update-Zyklus.

Sysmon erfasst sicherheitsrelevante Vorgänge wie Prozessstarts, Netzwerkverbindungen, Datei-Erstellungen oder Zugriffe auf Prozesse. Auch WMI-basierte Persistenztechniken werden erkannt. Diese Informationen eignen sich besonders für SIEM-Anbindungen, Threat Hunting oder detaillierte Vorfallanalysen – und das ohne zusätzlichen Agenten.

Die neue Implementierung schreibt alle Einträge zentral ins Ereignisprotokoll unter „Microsoft\Windows\Sysmon\Operational“. Über granulare Filterregeln lässt sich die Erfassung weiterhin präzise steuern, sodass Admins die Kontrolle behalten, ohne auf die Vorteile der nativen Integration verzichten zu müssen.

Microsoft positioniert die Funktion im Rahmen der Secure Future Initiative – mit dem Ziel, Komplexität zu reduzieren, Telemetriedaten verlässlich bereitzustellen und Sicherheitsanalysen direkt auf dem System zu ermöglichen.

Neue Gruppenrichtlinien und Security Baselines

Parallel zu den funktionalen Windows-Server-2025-Neuerungen liefert Microsoft auch neue Gruppenrichtlinienvorlagen und aktualisierte Security Baselines. Diese enthalten vorkonfigurierte Sicherheitseinstellungen, die sich an Best Practices orientieren und eine schnelle sowie konsistente Absicherung der Systeme ermöglichen – insbesondere im Zusammenspiel mit Windows 11 24H2.

Die neuen Vorlagen lassen sich über Gruppenrichtlinien-Editoren zentral verwalten oder per MDM-Lösungen auf Server und Clients verteilen. Für Unternehmen bedeutet das eine vereinfachte Durchsetzung sicherheitsrelevanter Standards in heterogenen Umgebungen – unabhängig davon, ob klassische Domänenstrukturen oder moderne Azure AD-Konten zum Einsatz kommen.

Ergänzt werden die Gruppenrichtlinien durch das aktualisierte Security Compliance Toolkit. Es unterstützt IT-Verantwortliche bei der Bewertung, Anpassung und Umsetzung von Sicherheitseinstellungen. Im Fokus stehen unter anderem neue Optionen für Remote-Zugriffe, Passwort-Richtlinien und Netzwerkgrenzen. Damit lassen sich Sicherheit und Compliance zentral steuern – eine wichtige Voraussetzung für die Einführung moderner Sicherheitsmodelle wie Zero Trust.

Windows Server 2025 | Kollegenteam im Büro. Bild: stock.adobe.com/bernardbodo https://stock.adobe.com/de/images/colleagues-working-together/122251484

Neue Gruppenrichtlinien und Security Baselines zur leichteren Umsetzung sicherheitsrelevanter Standards. Bild: stock.adobe.com/bernardbodo

Hotpatching und Insider Builds: Updates effizient testen

Ein weiteres zentrales Element der Weiterentwicklung in Windows Server 2025 ist die verbesserte Hotpatching-Technologie. Sie ermöglicht sicherheitsrelevante Updates ohne Neustart des Systems – ein großer Vorteil für produktive Umgebungen mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen. Mit Unterstützung von Azure Arc lässt sich Hotpatching jetzt auch in lokalen Rechenzentren einsetzen, unabhängig von der Cloud-Anbindung.

Hotpatching reduziert Wartungsfenster und minimiert Ausfallzeiten. Es kommt in allen Editionen von Windows Server 2025 zum Einsatz und wird regelmäßig über den Patch-Zyklus aktualisiert. Dabei bleibt die vollständige Kontrolle über Zeitpunkt und Umfang der Updates beim Administrator.

Neue Funktionen gelangen zunächst über Insider Builds auf die Systeme. Diese werden über das Flighting-Verfahren verteilt und können direkt über Windows Update installiert werden – inklusive In-Place-Upgrades zwischen Build-Ständen. Die Vorschauversionen dienen der Validierung neuer Funktionen und der Prüfung der Kompatibilität mit vorhandener Infrastruktur. Wichtig: Insider Builds sind nicht für den Produktivbetrieb geeignet, bieten aber einen praxisnahen Einblick in kommende Features.

Windows-Server-2025-Neuerungen: Lokale KI-Verarbeitung

Mit den aktuellen Windows-Server-2025 Neuerungen eröffnet Microsoft neue Möglichkeiten zur lokalen Ausführung von KI-Workloads. Die Plattform wurde erweitert, um Inferenz-Modelle direkt im Rechenzentrum betreiben zu können – unabhängig von Cloud-Diensten. Im Zentrum stehen dabei Windows ML und Foundry on Windows, zwei Komponenten für die Orchestrierung, Verwaltung und Ausführung von KI-Modellen auf eigenen Systemen.

Windows ML erkennt automatisch verfügbare CPU- und GPU-Ressourcen und nutzt die ONNX Runtime für die Ausführung. Foundry Local übernimmt das Deployment von Modellen und verwaltet deren Lebenszyklus. Dank GPU-Passthrough und Discrete Device Assignment können sogenannte Inferenzprozesse, also das Ableiten von Ergebnissen auf Basis trainierter KI-Modelle,  isoliert in virtuellen Maschinen betrieben werden – eine wichtige Voraussetzung für mehr Sicherheit und klare Ressourcentrennung.

Diese Form der lokalen KI-Verarbeitung adressiert vor allem Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit, Datenschutz und Regulatorik. Anwendungen aus Bereichen wie Qualitätskontrolle, Videoanalyse oder Predictive Maintenance lassen sich damit ohne externe Abhängigkeiten umsetzen – direkt auf der Server-Infrastruktur vor Ort.

Windows-Server-2025-Neuerungen | Großraumbüro mit Schreibtischen und Computern ohne Mitarbeiter. Bild: stock.adobe.com/siro46 https://stock.adobe.com/de/images/オフィス風景%E3%80%80無人/412747984

Die lokale Ausführung von KI-Workloads wird nun ebenfalls in Windows Server 2025 verankert. Bild: stock.adobe.com/siro46

NVMe, Storage-Stack und Sicherheitsaspekte

Eine tiefgreifende Änderung in Windows Server 2025 betrifft die Speicherarchitektur. Microsoft setzt verstärkt auf native NVMe-Unterstützung und entfernt schrittweise die bisherige SCSI-Abstraktion für NVMe-Geräte. Dadurch wird der I/O-Pfad direkter, kürzer und weniger fehleranfällig – mit messbaren Vorteilen in Bezug auf Leistung, Effizienz und Sicherheit.

Die Aktivierung dieser Funktion erfolgt über Feature-Overrides und eignet sich besonders für Systeme mit moderner NVMe-Hardware. Die kürzeren Datenpfade erhöhen die Parallelität und minimieren potenzielle Angriffsflächen, da komplexe Treiberketten entfallen. In Verbindung mit hardwarebeschleunigtem BitLocker entsteht ein performantes und abgesichertes Storage-Subsystem, das speziell für virtualisierte Umgebungen oder geschäftskritische Anwendungen ausgelegt ist.

Microsoft ergänzt das Setup durch neue Optionen für die Zugriffskontrolle auf Netzwerkprotokollebene, etwa bei SMB over QUIC. Administratoren können künftig alternative UDP-Ports definieren, um die Integration in restriktive Netzsegmente zu erleichtern und Firewall-Regeln präziser zu steuern. Diese Entwicklungen zeigen, dass Sicherheit nicht mehr isoliert betrachtet wird, sondern integraler Bestandteil der gesamten Plattformarchitektur ist.

Windows-Server-2025-Neuerungen

Der Windows Server 2025 entwickelt sich dank vieler Neuerungen 2026 zu einer Plattform, die klassische Serverrollen mit modernen Sicherheitskonzepten und KI-Funktionalität vereint. Die Kombination der neuen Features bringt nicht nur mehr Kontrolle, sondern reduziert gleichzeitig operative Risiken.

Ein Schwerpunkt ist die enge Verzahnung zwischen Infrastruktur und Sicherheitsarchitektur, wobei eine schrittweise Einführung über Testumgebungen – besonders bei Funktionen wie Zero Trust DNS oder lokaler KI wichtig ist. Grundsätzlich gilt: Wer die neuen Funktionen gezielt einsetzt, stärkt nicht nur die Sicherheitsarchitektur, sondern legt die Grundlage für eine moderne, zukunftssichere IT-Infrastruktur – ohne Cloud-Zwang und mit vollständiger Kontrolle im eigenen Netzwerk.

Damit auch Ihr Unternehmen von den neuen Features profitiert, braucht es fundiertes Know-how und eine vorausschauende Planung, denn ohne eine durchdachte Einführung können Fehlkonfigurationen und Sicherheitslücken entstehen. PC-SPEZIALIST unterstützt Sie bei der sicheren Umsetzung der neuen Serverfunktionen. Gemeinsam analysieren wir Ihre Anforderungen, prüfen die Systemkompatibilität und helfen dabei, die passende Sicherheitsarchitektur zu entwickeln. Finden Sie jetzt Ihren PC-SPEZIALIST-Partner in Ihrer Nähe.

_______________________________________________

Quellen: Security-insider, Pexels/Christina Morillo (Headerbild)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

0 Kommentare